Quellensteuer

Unter den Quellensteuern verstehen Finanzexperten eine Steuerabgabe an das Finanzamt, welche nach dem sogenannten Quellenprinzip erhoben wird. Das bedeutet, dass die Steuerabgaben direkt an der Auszahlungsquelle von Vergütungen bestimmter Dienstleistungen erhoben wird. Damit sollen die Einkünfte bestimmter Personen versteuert werden, was entweder in Form einer Abgeltungs-, oder einer Ertragssteuer ausgestaltet werden kann. Welche Form der Steuerabgaben geltend gemacht werden, ist abhängig von dem jeweiligen Land.

Quellensteuern sind in der Schweiz, in Deutschland und Österreich, sowie in anderen europäischen Ländern eine Möglichkeit, um die steuerlichen Einnahmen des Staates sicherzustellen. Vor allem für Personen, die ihren Hauptwohnsitz in einem Land haben, aber in dem Nachbarland arbeiten, ist diese Steuerform von Bedeutung. Sie vereinfacht das Verfahren, bei welchem sich ausländische Vergütungsgläubiger in einem Land steuerlich registrieren lassen müssen.

Quellensteuer in der Schweiz

In der Schweiz gibt es keine generelle Ertragssteuer auf Kapitaleinkünfte. Lediglich ein bestimmter Personenkreis muss die Steuerabgaben an den Staat leisten. Wer die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzt, der muss seine Steuerabgaben am Ende eines jeden Jahres an das zuständige Finanzamt abführen.

Arbeitskräfte, welche aus dem Ausland kommen und keine Niederlassungsbewilligung besitzen, müssen jeden Monat Fiskalabgaben leisten. Diese erfolgen direkt an der Quelle, werden also durch den Arbeitgeber einbehalten und weitergeleitet. Die Höhe der Abgaben hängt dabei von einigen Faktoren ab. Entscheidend ist zum einen der Ort, in welchem die Arbeit durchgeführt wird. Aber auch das monatliche Bruttoeinkommen entscheidet maßgeblich über die Höhe der Zahlungen.

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Wer muss die Abgaben leisten?

Das Steuerrecht der Schweiz teilt die Personen, welche quellensteuerpflichtig sind, in zwei Klassen. Zum einen müssen solche Personen Steuern leisten, die zwar ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, aber eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen. Diese Personen müssen ihre Erwerbs- sowie jegliche Ersatzeinkünfte versteuern.

Zur zweiten Gruppe der quellensteuerpflichtigen Personen zählen natürliche und juristische Personen, die keinen Wohnsitz in der Schweiz haben, aber ihre Einkünfte in dem Land erzielen. Diese Klasse umfasst auch Arbeitnehmer, welche bei internationalen Transportgesellschaften mitwirken. Personen, die Vorsorgeleistungen aus der Schweiz erhalten und solche, die als Künstler, Referent oder Sportler Tätigkeiten in der Schweiz ausführen, müssen ebenfalls Abgaben leisten.

Lastet eine Hypothek auf einer Schweizer Liegenschaft und wird diese durch einen Gläubiger im Ausland gezahlt, so unterliegt dieser ebenfalls dieser Steuerform. Dies gilt außerdem für Verwaltungsräte, die von Schweizer Firmen oder Unternehmen eine finanzielle Entschädigung erhalten.

Welche Steuerabgaben fordern die Kantone?

Wie hoch die Abgaben in den jeweiligen Regionen sind, hängt von einigen Faktoren ab.

Unter anderem ist der Familienstand, die Religionszugehörigkeit und die Anzahl der Kinder entscheidend.

Für die folgenden Werte wurde ein beispielhaftes Bruttoeinkommen von 4.825 CHF monatlich angenommen, was einem Betrag von etwa 4000 EUR entspricht. Weiterhin wurde angenommen, dass der Arbeitnehmer ledig ist und keiner Konfession angehört. Ein Arbeitnehmer mit ausländischem Wohnsitz muss in diesem Fall in Zug monatlich 145 Schweizer Franken zahlen. In diesem Kanton zahlt der Arbeitnehmer die wenigsten Steuern. Der Kanton Jura fordert mit 589 CHF die höchsten Steuerzahlungen ein. Auch Freiburg belegt mit 524 CHF einen der letzten Plätze im Ranking. Bern ist mit 495 CHF zwar immer noch ein teures Kanton, aber es kommt dem Mittelfeld schon näher. Dieses wird dominiert von den Kantonen Luzern, Genf und Thurgau. Hier kommen auf den Arbeitnehmer Abgaben in Höhe von 420 bis 474 Schweizer Franken zu. Tessin, Uri und Obwalden sind für ausländische Arbeitnehmer beliebte Regionen, denn hier liegen die Steuerabgaben zwischen 359 und 391 CHF. Zürich schneidet in dem Vergleich sehr gut ab und belegt den dritten Platz. Hier erwarten quellsteuerpflichtige Personen Zahlungen in Höhe von 269 Schweizer Franken. Einen Platz besser ist Schwyz mit 226 CHF.

Das Doppelbesteuerungsabkommen

Zwischen Deutschland und der Schweiz wurde ein Abkommen zur Vermeidung einer doppelten Besteuerung abgeschlossen. Ein Arbeitnehmer mit deutschem Wohnsitz, der seine Einkünfte in der Schweiz erzielt, ist grundsätzlich in Deutschland einkommenssteuerpflichtig.

Will nun die Schweiz ebenfalls eine Steuer geltend machen, so greift das Abkommen. Dieses kann entweder die Freistellungs-, oder die Anrechnungsmethode vorschreiben. Die erste Richtlinie schreibt vor, dass die ausländischen Einkünfte nicht der inländischen Einkommenssteuer unterliegen.

Bei der Anrechnungsmethode erfolgt eine Besteuerung der Einkünfte in beiden Ländern, jedoch wird die inländische Steuer um den bereits im Ausland einbehaltenen Steuersatz gemindert. Es erfolgt eine Anrechnung der bereits geleisteten Abgaben.

Vergleichbare Steuerabgaben in Deutschland und Österreich

In Deutschland sind die Quellensteuern im Einkommenssteuergesetz geregelt. Auch hier werden die steuerpflichtigen Personen in zwei Kategorien klassifiziert. Die unbeschränkt Steuerpflichtigen umfassen alle Arbeitnehmer mit einer deutschen Staatsangehörigkeit. Sie stehen in der Pflicht, eine Lohnsteuer abzuführen. Auch auf andere Kapitalerträge wird eine Steuer direkt an der Quelle einbehalten.

Für gewerbliche Bauleistungen, die an Unternehmer abgeführt wird, wird eine Bauabzugssteuer fällig. Die Einkommenssteuer übernimmt die Funktion einer Vorauszahlung. Diese sollen den regelmäßigen Geldfluss in die Staatskassen sicherstellen und dem Steuerzahler eine hohe Nachzahlung ersparen. Zur zweiten Kategorie zählen die beschränkt Steuerpflichtigen. Sie umfasst Steuerausländer, für die die Steuerabgaben eine abgeltende Wirkung entfalten.

Hierunter fällt die Aufsichtsratsteuer und die Abzugssteuer für Honorare von Sportlern und Künstlern. In Österreich wird die Steuer in Form von Lohn- und Kapitalertragssteuern einbehalten. Die Europäische Zinssteuer ist eine besondere Form von Quellensteuern, die in allen Mitgliedsstaaten und der Schweiz auf Zinseinnahmen erhoben wird.

Quellensteuer Oktober 31, 2015