Wann Fondspolicen die direkete Fondsanlage schlagen

Wann Fondspolicen die direkete Fondsanlage schlagen

Quelle: Versicherungsjournal 04.07.2016


Wann Fondspolicen die direkte Fondsanlage schlagen


Je länger die Spardauer ist, je häufiger die Fonds gewechselt werden und je größer die Wahrscheinlichkeit der Verrentung des angesparten Kapitals ist, desto besser schneidet die fondsgebundene Rentenversicherung ab. Das zeigte IVFP-Geschäftsführer Professor Michael Hauer den Besuchern der KVK-Messe anhand einer Modellrechnung auf.

„Fondspolice oder Fonds – was ist wirklich besser für die Altersvorsorge geeignet?“ war eines der Vortragsthemen bei der 6. Kreditvermittlungs-, Versicherungs- und Kapitalanlagemesse (https://www.kvkmesse.
de/) (KVK-Messe) der Fonds Finanz Maklerservice GmbH (http://www.fondsfinanz.de/)
(VersicherungsJournal 23.6.2016, http://www.versicherungsjournal.de/vertrieb-und-marketing/umsteiger-app-fuerversicherungsvertreter- 126121.php)

Die Gut- und Top-Verdiener haben das größte Altersvorsorge-Problem.

Die Antwort lieferte der Referent Professor Michael Hauer, Geschäftsführer der Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH (http://www.ivfp.de/) (IVFP).

 

Hoher Bedarf erfordert beachtliches Sparvolumen

Zur Einstimmung wies Hauer darauf hin, dass die meisten Menschen mit den als sicher angesehenen Sparformen keine ausreichende private Altersversorgung aufbauen könnten. Dafür wäre der Bedarf zu hoch.
„Die Lebensstandard-Lücke im Alter beträgt bei einem Arbeitnehmer mindestens 40 Prozent – bei Selbstständigen/ freiberuflich Tätigen in der Regel
noch mehr. Die Gut- und Top-Verdiener haben das größte Altersvorsorge-Problem“, sagte der Wissenschaftler.

Er nannte das Beispiel eines Arzt-/Apotheker- Paares, das große Mühe hätte, im Alter mit einem Netto-Jahreseinkommen von 100.000 Euro auszukommen. Im aktiven Berufsleben hatten sie zusammen 250.000 Euro verdient.

Angesichts solcher Lücken fragte der Professor: „Wieso können die Leute heute nicht auf zehn Prozent des Nettoeinkommens verzichten, wenn im Alter 50 Prozent fehlen?“

Risiko relativiert sich mit der Laufzeit

Um die Unterversorgung zu vermeiden, sei nicht nur ein beachtliches Sparvolumen erforderlich, sondern auch eine möglichst hohe Verzinsung.

Dabei nehme bei steigender Renditechance das Risiko zu, bestätigte er die Vorbehalte vieler Anleger. Gleichzeitig zeigte der Referent auf, dass bei Aktienanlagen das Verlustrisiko mit zunehmender Laufzeit abnehme. Als Beispiel nannte er die Wertentwicklung europäischer Aktien von 1986 bis 2014. Während in einzelnen Jahren Kursrückgänge bis 42 Prozent zu verzeichnen gewesen waren, betrug das Risiko über fünf Jahre noch acht Prozent und in zehn Jahren nur drei Prozent.

Über 15 Jahre war im ungünstigsten Fall der Kurs gleichgeblieben und im besten Fall um 13 Prozent gestiegen. Nach 25 Jahren war die Wertentwicklung zwischen sieben und neun Prozent im Plus.

 

 Fonds und Fondspolicen im Vergleich

Als ein Alleinstellungsmerkmal der fondsgebundenen Rentenversicherung nannte Hauer, dass neben der Möglichkeit der Kapitalabfindung der Anspruch auf eine lebenslange Rente erworben wird, die nach der Sterbetafel bei Vertragsabschluss kalkuliert ist.

Kapital ist zur Absicherung des Langlebigkeitsrisikos ineffizient.

Damit biete diese Vertragsform eine Absicherung des finanziellen Langlebigkeitsrisikos. Im Gegensatz dazu stehe die direkte Anlage in Fonds: „Kapital ist zur Absicherung des Langlebigkeitsrisikos ineffizient“, sagte der Professor.

Als weitere Unterscheidungsmerkmale nannte er die Kostenstrukturen und die steuerliche Behandlung der erwirtschafteten Renditen.

 

Versicherungskunden werden erst einmal geschont

Im Vergleich der steuerlichen Belastung der erwirtschafteten Zinsen, Dividenden und Kursgewinne sieht Hauer die Fondspolice vorn.

Während der Beitragszahlungsdauer fielen gar keine Steuern an; deshalb stünde dem Versicherungsnehmer zu Rentenbeginn ein höheres Kapital zur Verfügung als dem direkten Investment-Sparer.

In der Rentenphase ab 65 führe die Ertragsanteil-Besteuerung zu einer Belastung von maximal neun Prozent [der Rente]. Währenddessen würden bei einem Fonds-Auszahlplan bis zu 28 Prozent Abgeltungsteuer [auf die Gewinne, einschließlich Kirchensteuer] fällig.
Daraus folgert Hauer: „Im direkten Vergleich schneidet die Fondspolice dann besser ab, wenn die Vorteile aus der Abgeltungsteuer-Freiheit der Fondspolicen die Kosten des Versicherungsmantels übertreffen!“

 

Kosten im Vergleich

Für den Kostenvergleich geht der Wissenschaftler davon aus, dass in beiden Fällen der gleiche Fonds ausgewählt wird, zum Beispiel der Fidelity European Growth Fund. Gerechnet hat der Referent mit einer angenommenen Wertentwicklung von 6,9 Prozent pro Jahr vor Kosten.
Unterschiedlich seien aber die Gebühren.

Fonds

Laufende Kosten (TER): 1,9 Prozent pro Jahr,
Wertentwicklung nach Kosten: 5,0 Prozent,
Agio: fünf Prozent.

Fondspolice

Versicherungs-Verwaltungskosten (auf Beitrag): 10,0 Prozent pro Jahr,
Abschlusskosten bezogen auf Beitrag: 2,5 Prozent, verteilt auf 5 Jahre,
separates Agio entfällt.
Unter Berücksichtigung der Kosten und der steuerlichen Belastung sieht der Referent die Fondspolice bei einer Laufzeit ab 8 bis 37 Jahre im Vorteil.


Fondswechsel bei der Versicherung günstiger

Die Versicherungslösung rechne sich umso schneller, je mehr Fondswechsel in der Ansparphase durchgeführt werden. Als Grund nannte er, dass bei einem Fondsdepot bei jedem Wechsel erneut Ausgabeaufschläge fällig würden, die bei der Versicherung entfielen.
Fondswechsel würden in Bankdepots im Durchschnitt alle sieben Jahre orgenommen werden, sagte Hauer und ergänzte: „Spätestens beim Ablaufmanagement bin ich beim Fondswechsel.“ Sein Fazit lautet daher: „Fonds sind den Fondspolicen in der Altersvorsorge vorzuziehen, wenn man sicher keinen Fondswechsel durchführt und sicher die Kapitalauszahlung zu Ruhestandsbeginn wählt.“
Selbst beim halben Agio von 2,5 Prozent seien Versicherungen bei der  Rentenleistung ab einer Laufzeit von 19 Jahren der separaten Fondsanlage  vorzuziehen.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne vertrauensvoll an uns.

Ihre Agentur Loew für Versicherungen, Vorsorge und Finanzen

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